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26. Enormer Papierverbrauch

Hurra, wir haben eine Aufgabe bekommen! Ich mit zwei Kollegen sollen ein paar Nummern ausdrucken, um diese auf den zwölf Schrankfächern aufzukleben, die sich in unserem Raum befinden. Des Weiteren sollen wir noch Anhänger mit Nummern für die dazugehörigen Schlüsseln basteln. Wir sind voller Tatendrang. Wir warten zwei Stunden bis der einzige Rechner der heute funktioniert frei ist. Albert drängt sich die Zahlen zu schreiben. Fertig! Jetzt stellen wir gemeinsam fest, dass das Papierfach im Drucker wie immer leer ist. Ja, einer muss betteln gehen. Keiner macht das gerne. Die Wahl fällt auf mich. Ich versuche mich, meistens mit Erfolg, vor solchen Aufgaben zu drücken, merke aber schnell, dass es jetzt nicht so leicht sein wird. Schwermütig muss ich die Aufgabe annehmen. Ich schleppe mich durch die lange Baracke, am Kleinlaster vorbei, auf den gerade Sperrmüll geladen wird und klopfe vorsichtig an die Tür unserer „Prinzessin“. Ich darf rein. Ich erläutere schüchtern den Grund meines Erscheinens. „Gehen sie. Ich komme sofort zu ihnen“, sie spricht ohne mich anzugucken und ohne die Lektüre eines Zettels zu unterbrechen. Ich mache mich auf den Weg zurück. Im Raum angekommen warte ich gemeinsam mit meinen Kollegen noch weitere 90 Minuten. Endlich kommt sie rein. „Ich möchte ihnen mitteilen, dass der Verbrauch von Papier in dieser Gruppe ernorm hoch ist. In den letzten drei Monaten habe ich 500 Blätter ausgegeben, 500 Blätter!“ Anfangs herrscht totale Stille, danach wird’s immer lauter, viele versuchen sich zu rechtfertigen, viele versuchen die Schuld auf jemanden anderen zu schieben. „Mein Gott, ist das nicht lustig!“, innerlich muss ich wirklich lachen. Wir bekommen fünf Blätter und die unangenehme Geschichte ist erledigt. Albert kann die Zahlen ausdrucken. Ups, wir haben kein Klebeband, keine Schere, keinen Locher. „Jetzt gehst du selber zu ihr!“, verteidige ich mich. Albert schleicht sich aus dem Zimmer raus. Bald kommt er wieder „Wir sollen warten!“. Wir besetzen den Computer, unsere Aufgabe längst vergessen.

Ich spiele gerade „SameGame“ als die Aufseherin kommt. Weil ich gerade am Rechner saß richtete sie sich zu mir: „Schreiben sie bitte eine Liste mit allen Materialien, die sie brauchen und gehen sie bitte mit der Liste in das andere Haus. Da ist ein Raum wo „Materialausgabe“ dransteht. Holen sie sich da ihre Sachen.“. Ich öffne sehr selbstbewusst ein Word Dokument –es gibt hier keine Alternative zu Microsoft. “Was?! Wollen sie das in Word schreiben! Kennen sie sich nicht mit Excel aus?“, sie schaut mich mitleidig an. „Nein…“, ich mach mich ganz doof. Meine Erfahrungen in dieser Firma haben mich gelehrt, dass man so viel weiter kommt „Macht nichts, wir sind doch hier dazu da, um etwas zu lernen. Ich werde ihnen ganz langsam alles erklären“, mütterlich macht sie sich ans Werk. Ich stelle sofort fest: Sie hat keine Ahnung von Excel.

10.2.07 21:37
 


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